Der Internationale Tag des Tees wird jedes Jahr am 21. Mai begangen, der nächste ist am Freitag, 21. Mai 2027. Ausgerufen hat ihn die Generalversammlung der Vereinten Nationen, und anders als viele kuriose Aktionstage hat er einen ernsten Kern: Es geht um die Menschen, die Tee anbauen und pflücken, um faire Arbeitsbedingungen und um nachhaltige Landwirtschaft. Für alle anderen ist er ein guter Anlass, die eigene Lieblingssorte neu zu entdecken.
Warum gerade der 21. Mai?
Die UN beschlossen den Aktionstag Ende 2019, erstmals gefeiert wurde er 2020. Federführend ist die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO. Der Termin im Mai wurde gewählt, weil dann in den meisten Anbauländern die Erntesaison beginnt. Daneben gibt es einen älteren Tag des Tees am 15. Dezember. Ihn haben Gewerkschaften und Initiativen aus Anbauländern wie Indien und Sri Lanka ab 2005 begangen, um auf die Lage der Plantagenarbeiter aufmerksam zu machen. Wenn du also zwei Termine liest, sind beide nicht falsch, der offizielle UN-Tag ist aber der 21. Mai.
Teeland Ostfriesland
In Deutschland denkt man beim Thema Tee schnell an Ostfriesland. Dort ist Tee kein Getränk für zwischendurch, sondern ein festes Ritual, und die Ostfriesische Teekultur steht im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. So läuft die klassische Zeremonie ab:
- Ein Stück Kandis, auf Plattdeutsch Kluntje, kommt in die leere Tasse.
- Darüber wird kräftiger, heißer Schwarztee gegossen, meist eine Ostfriesenmischung mit hohem Assam-Anteil. Der Kandis knistert dabei hörbar.
- Mit einem kleinen Löffel wird vorsichtig Sahne am Rand eingegossen, sodass ein Wulkje, ein Wölkchen, aufsteigt.
- Umgerührt wird nicht. So schmeckst du erst die Sahne, dann den herben Tee und zum Schluss die Süße.
- Drei Tassen gelten als Minimum. Wer genug hat, legt den Löffel in die Tasse.
Typisch ist dabei auch das Geschirr: Viele Familien nutzen dünnwandige Porzellantassen mit dem Muster Ostfriesische Rose, dazu ein Stövchen mit Teelicht, das die Kanne warm hält. Wer an der Nordseeküste Urlaub macht, kann die Zeremonie in Teestuben oder Teemuseen selbst erleben.
Ideen für den 21. Mai
- Verkostung zu Hause: Probiere grünen, weißen, schwarzen und Oolong-Tee nebeneinander. Alle stammen von derselben Pflanze, Camellia sinensis, nur die Verarbeitung unterscheidet sich.
- Richtig ziehen lassen: Grüner Tee mag kein kochendes Wasser, eher 70 bis 80 Grad. Schwarzer Tee verträgt heißeres Wasser, wird bei zu langer Ziehzeit aber bitter.
- Kräuter selbst sammeln: Pfefferminze, Melisse oder Brennnessel sind streng genommen Kräuteraufgüsse, aber im Mai frisch besonders aromatisch.
- Fair einkaufen: Achte auf Siegel für fairen Handel oder Bio-Anbau, das passt zum eigentlichen Anliegen des Tages.
- Teepause im Büro: Lade die Kollegen zu einer Runde ein. Ein kleiner Countdown im Vollbild verrät allen, wann der Kessel pfeift.
Verwandte Genusstage
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