Der Martinstag fällt jedes Jahr auf den 11. November, das nächste Mal auf den Mittwoch, 11. November 2026. Wenn es früh dunkel wird, ziehen Kinder mit leuchtenden Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Der Countdown oben zählt bis zum Abend, an dem vielerorts die Umzüge beginnen.
Wer war Sankt Martin?
Martin von Tours lebte im 4. Jahrhundert. Als junger römischer Soldat soll er vor den Toren der Stadt Amiens einem frierenden Bettler begegnet sein. Er teilte seinen Mantel mit dem Schwert und gab ihm eine Hälfte. Später ließ er sich taufen, verließ das Heer und wurde Bischof von Tours. Er starb im Jahr 397 und wurde am 11. November beigesetzt – daher stammt das Datum des Gedenktags. Martin gehört zu den bekanntesten Heiligen Europas und ist unter anderem Schutzpatron der Soldaten, Reisenden und Armen.
Laternen, Lieder und Martinsfeuer
Der Laternenumzug ist der bekannteste Brauch. Kitas, Schulen und Pfarrgemeinden laden dazu ein, oft angeführt von einem Reiter im roten Mantel, der Sankt Martin darstellt. Manche Orte spielen die Mantelteilung nach, andere entzünden zum Abschluss ein großes Martinsfeuer. Dazu erklingen Lieder wie „Ich geh mit meiner Laterne“ oder „Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“.
Wichtig für die Planung: Nicht jeder Umzug findet genau am 11. November statt. Viele Einrichtungen legen ihren Termin auf einen Tag in den Wochen davor oder danach. Frag also rechtzeitig bei Kita, Schule oder Gemeinde nach.
Regionale Besonderheiten
- Im Rheinland bekommen Kinder einen Weckmann oder Stutenkerl, ein Gebäckmännchen aus Hefeteig, oft mit Tonpfeife.
- In manchen Gegenden ziehen Kinder nach dem Umzug von Haus zu Haus, singen und erhalten Süßigkeiten, etwa beim Martinssingen.
- Am Niederrhein und in vielen Städten Nordrhein-Westfalens gehören große Martinszüge mit Pferd und Musikkapelle fest zum Herbst.
Woher kommt die Martinsgans?
Eine Legende erzählt, Martin habe sich in einem Gänsestall versteckt, weil er nicht Bischof werden wollte. Die schnatternden Gänse verrieten ihn. Handfester ist der historische Hintergrund: Um Martini endete das bäuerliche Jahr, Pacht und Abgaben wurden fällig, oft auch in Form von Gänsen. Zugleich begann früher eine Fastenzeit vor Weihnachten, also wurde vorher noch einmal üppig gegessen. Bis heute servieren viele Restaurants im November Gänsebraten mit Rotkohl und Klößen – Reservieren lohnt sich.
Laterne basteln: so klappt es
- Nimm eine runde Käseschachtel oder einen Pappteller als Boden und Deckel.
- Bekleb Transparentpapier mit Motiven, zum Beispiel Mond, Sterne oder Igel.
- Verwende einen elektrischen Laternenstab mit LED, denn echte Kerzen sind für kleine Kinder zu gefährlich.
- Prüfe die Batterien am Vortag und nimm Ersatz mit.
Der Martinstag ist kein gesetzlicher Feiertag, Geschäfte und Schulen haben normal geöffnet. Am selben Tag beginnt um 11:11 Uhr im Rheinland die Karnevalssession. Teile den Countdown mit anderen Eltern oder trag den Termin direkt in deinen Kalender ein.