Die nächste Weiberfastnacht beginnt am Donnerstag, 4. Februar 2027 um 11:11 Uhr. Mit diesem Moment startet im Rheinland der Straßenkarneval: Plätze und Kneipen füllen sich mit Kostümierten, Frauen übernehmen symbolisch die Macht, und so manche Krawatte muss dran glauben. Unser Countdown zählt sekundengenau bis zum Startschuss herunter.
Immer ein Donnerstag – aber nie im selben Monat
Weiberfastnacht ist an Ostern gekoppelt. Sie fällt auf den Donnerstag vor Aschermittwoch, also 52 Tage vor dem Ostersonntag und vier Tage vor Rosenmontag. Weil sich Ostern nach dem ersten Vollmond im Frühling richtet, kann Weiberfastnacht schon Ende Januar oder erst Anfang März liegen. Die Uhrzeit ist dagegen in vielen Hochburgen fest: Punkt 11:11 Uhr wird der Straßenkarneval offiziell eröffnet, in Köln traditionell mit einem großen Programm auf dem Alter Markt.
Je nach Region heißt der Tag auch Altweiber, Wieverfastelovend, Schmotziger Donnerstag oder Fetter Donnerstag. „Fastnacht“ meint dabei ursprünglich die Zeit vor dem Fasten – der Donnerstag war der Tag, an dem noch einmal üppig gegessen und gefeiert wurde.
Die Beueler Wäscherinnen
Als Ursprung der heutigen Weiberfastnacht gilt Beuel, ein Stadtteil von Bonn. Dort gründeten Wäscherinnen 1824 ein eigenes Damenkomitee. Sie wuschen die Wäsche wohlhabender Kölner Familien und wollten nicht länger zu Hause arbeiten, während ihre Männer beim Ausliefern in Köln den Karneval feierten. Das Beueler Damenkomitee besteht bis heute und stürmt an Weiberfastnacht das Beueler Rathaus. Im Jahr 2024 feierte Bonn 200 Jahre Beueler Weiberfastnacht.
Bräuche des Tages
- Krawatten abschneiden: Frauen schneiden Männern die Krawatte ab – als Symbol für den Verlust der Macht. Wer an diesem Tag eine trägt, nimmt das bewusst in Kauf.
- Bützchen: Als Entschädigung gibt es oft ein Küsschen auf die Wange.
- Rathaussturm: In vielen Städten erobern Möhnen oder Narren das Rathaus und übernehmen symbolisch die Schlüssel.
- Kostüm statt Bürokleidung: In vielen Büros wird ab mittags kostümiert gefeiert.
Im schwäbisch-alemannischen Raum beginnt am selben Donnerstag die heiße Phase der Fasnet. Dort heißt er Schmotziger oder Gumpiger Donnerstag, und statt Krawattenschneiden prägen Narrensprünge, Hästräger mit Holzmasken und das Befreien der Schüler aus den Schulen den Tag.
Arbeiten an Weiberfastnacht?
Weiberfastnacht ist kein gesetzlicher Feiertag. In Köln, Düsseldorf, Bonn und anderen Hochburgen schließen jedoch viele Betriebe, Ämter und Schulen früher oder geben ganz frei. Ob du Anspruch darauf hast, hängt von Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder der üblichen Praxis in deinem Betrieb ab – frag am besten rechtzeitig nach oder plane einen Urlaubstag ein.
Kurze Checkliste
- Kostüm und eine warme Schicht darunter bereitlegen.
- Treffpunkt und Anreise mit Bus und Bahn klären.
- Lieblingskrawatte lieber zu Hause lassen.
- Countdown per Link an die Gruppe schicken, damit alle um 11:11 Uhr bereitstehen.
Danach geht es Schlag auf Schlag weiter: Am Montag folgt der Rosenmontag mit den großen Umzügen, am Dienstag die Nubbelverbrennung und am Aschermittwoch das Ende der Session.